Lebensversicherung: Warum sie sich nicht zur Altersvorsorge eignet
Bund der Versicherten e. V. (BdV) warnt vor Abschluss von Lebensversicherungen
Hamburg - Wie sorgt man am besten finanziell fürs Alter vor? Diese Frage treibt derzeit viele Bundesbürger*innen um, nicht zuletzt wegen der anstehenden Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. „Welche Form der Altersvorsorge sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation und den individuellen Zielen ab“, sagt BdV-Vorständin Bianca Boss. „Eines gilt jedoch immer: Eine kapitalbildende Lebensversicherung ist für die Altersvorsorge ungeeignet.“
Die Kapitallebensversicherung hat drei entscheidende Nachteile für Verbraucher*innen: Sie ist intransparent, hat eine schlechte Rendite und in der Ansparphase ist sie unflexibel. Das gilt auch für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen – die sogenannten Fondspolicen: Hier schmälern die Kosten die Rendite der Fondsanlage. Auch mögliche Steuervorteile – mit denen der Vertrieb wirbt – können diese meist nicht kompensieren. Verbraucher*innen sollten daher mit anderen Finanzprodukten fürs Alter vorsorgen. ETF-Sparpläne bieten hierfür eine einfache und kostengünstige Alternative. „Wer eine passende Altersvorsorge sucht, sollte sich individuell und anbieterunabhängig beraten lassen“, sagt Verbraucherschützerin Boss.
Im besten Fall schließt man also erst gar keine kapitalbildende Lebensversicherung ab. Aber auch für Verbraucher*innen mit bestehenden Verträgen gibt es Handlungsmöglichkeiten. Der BdV bietet ein umfassendes Unterstützungsangebot: Der kostenlose Entscheidungshilferechner, den der Verbraucherschutzverein entwickelt hat, ermöglicht es Versicherten zu prüfen, ob es sinnvoll ist, die eigene Kapitallebensversicherung oder private Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht fortzuführen, zu kündigen oder beitragsfrei zu stellen. Enthält die Lebensversicherung einen wichtigen Risikoschutz, beispielsweise für den Todesfall oder eine Berufsunfähigkeit, sollten Verbraucher*innen zuerst prüfen, ob sie den Risikoschutz anderweitig absichern können. Eine erste Orientierung zur Frage, wie man mit einer bestehenden kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung umgehen sollte, bietet der Entscheidungsbaum.
Wichtige Tipps und Hinweise finden Verbraucherinnen und Verbraucher im kostenlosen Infoblatt „Ausstieg aus kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen“.
BdV-Mitglieder können sich mit Fragen rund um ihre Altersvorsorge an das Beratungsteam des Verbraucherschutzvereins wenden.