Elementarschaden

absichern: Schutz, Kosten und Tücken

Naturgefahren wie Hochwasser, Starkregen oder Erdbeben können schwere Schäden an einem Haus verursachen – und auch das Hab und Gut zerstören. Die gewöhnliche Wohngebäude- beziehungsweise Hausratversicherung kommt für solche Schäden jedoch nicht auf. Naturgefahren deckt allein die Elementarschadenversicherung ab. Was der Elementar-Versicherungsschutz leistet, wo die Tücken liegen und worauf Sie vor Vertragsabschluss achten sollten.


Eine Elementarschadenversicherung, die oft auch als Elementarversicherung bezeichnet wird, schließen Sie zusätzlich zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung ab. Sie sichert gegen Elementarschäden durch Naturgefahren wie Überschwemmung, Erdbeben oder Schneedruck ab. Der Schutz muss gesondert eingeschlossen werden. Neben den genannten Gefahren sind auch Rückstau, Erdsenkung, Erdrutsch, Lawinen und Vulkanausbruch versicherbar. Eine Absicherung gegen nur eine einzelne Naturgefahr ist in der Regel nicht möglich. Meist bieten Versicherer Komplettlösungen an.

Elementarschadenversicherung: Auf die Details kommt es an

Wer eine Versicherung gegen Elementargefahren abschließt, sollte auch die Ausschlüsse kennen. So gilt beispielsweise nicht jede Überschwemmung als Versicherungsfall. Ein Elementarschaden durch Starkregen ist grundsätzlich gedeckt, denn Überschwemmung und Rückstau infolge von Witterungsniederschlägen sind versichert. Sturmflutschäden und Grundwasserschäden, bei denen das Wasser nicht an die Oberfläche gelangt, sondern von unten ins Mauerwerk eindringt, werden dagegen üblicherweise nicht ersetzt.

Was der Elementarschutz kostet – und wo es teuer wird

Für Elementarschäden gilt meist eine gesonderte Selbstbeteiligung. Diese liegt in der Regel bei 10 Prozent des versicherten Schadens, wobei die Spanne zwischen mindestens 500 und höchstens 5.000 Euro liegt. Wie hoch die Prämie ausfällt, hängt wesentlich vom Überschwemmungsrisiko der Adresse ab, das die sogenannte ZÜRS-Gefährdungsklasse abbildet.

In den niedrigen Gefährdungsklassen 1 und 2 bleibt der Beitrag moderat: Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern und Keller (Baujahr 2015, Neubauwert 400.000 Euro) liegt die Jahresprämie einer Wohngebäudeversicherung inklusive Elementarschutz bei günstigen Anbietern etwa zwischen 500 und 800 Euro – bei einer Selbstbeteiligung von bis zu 1.500 Euro (Stand Juni 2025).

Für eine Eigentumswohnung der Bauartklasse I mit 120 Quadratmetern kostet eine Hausratversicherung inklusive Elementarschutz in denselben Klassen bei den günstigsten Anbietern etwa 90 bis 180 Euro pro Jahr – bei bis zu 500 Euro Selbstbeteiligung (Stand Dezember 2024).

In hoch gefährdeten Lagen sieht die Sache jedoch ganz anders aus: Versicherer verlangen dort oft sehr hohe Prämien und Selbstbeteiligungen. Wenn ein Haus bereits von einem Elementarschaden betroffen war oder in einer hohen Gefährdungsklasse liegt, ist eine Police mitunter kaum noch zu bekommen.

Nicht erst seit der Ahrtal-Flutkatastrophe 2021 wird über eine Pflicht zur Absicherung gegen Elementarschäden diskutiert. Der BdV fordert in seinem Impulspapier zum Schutz vor Naturgefahren einen gesetzlich verankerten, bezahlbaren Mindestschutz statt einer den Versicherern genehmen Marktlösung. Konkret soll die Elementarschadenversicherung fester Bestandteil jeder Wohngebäudeversicherung werden, ergänzt um eine staatliche Stelle, die Präventionsmaßnahmen koordiniert und bei großflächigen Naturkatastrophen die Schadenhilfe organisiert. Bis das greift, gilt: Achten Sie darauf, dass Ihr Vertrag Elementarschäden ausdrücklich einschließt, und vergleichen Sie mehrere Angebote.

Sarah Sperling ist Redakteurin beim BdV. | © Achenbach 2021

Sarah Sperling, Redakteurin

Sarah Sperling ist Redakteurin im Presseteam des BdV. Zu ihren Aufgaben gehören die redaktionelle Arbeit für die interne und externe Kommunikation sowie Web-Controlling und SEO. Zuvor war sie knapp acht Jahre als Journalistin für verschiedene Fachmedien tätig, insbesondere in den Bereichen Marketing und Wirtschaft. Sie hat Politikwissenschaft studiert und sich dabei schwerpunktmäßig mit sozial- und gesellschaftskritischen Themen beschäftigt.

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