27.05.2026

Berufsunfähigkeitsversicherung: Unabhängige Beratung ist unverzichtbar

Bund der Versicherten e. V. (BdV) erläutert, was bei der Absicherung der Arbeitskraft zu beachten ist

Hamburg – Für die meisten Menschen ist das Einkommen aus Erwerbsarbeit die zentrale finanzielle Grundlage. Fällt es dauerhaft weg, lassen sich laufende Kosten wie Miete, Lebensmittel oder Altersvorsorge kaum decken. Gesetzliche Leistungen reichen dann oft nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. „Der Verlust der Arbeitskraft gehört zu den größten finanziellen Risiken. Ohne private Absicherung entstehen schlimmstenfalls erhebliche Lücken“, sagt BdV-Vorständin Bianca Boss.

Laut Berechnungen der Deutsche Aktuarvereinigung e.V. wird im Durchschnitt jede vierte Person mindestens einmal im Berufsleben berufsunfähig. Eine Erwerbs- (EU) oder Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kann dieses Risiko absichern. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn die Arbeitskraft aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft wegfällt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für viele Berufe deutlich teurer als die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, bietet aber auch den umfassenderen Schutz. Ausweichprodukte wie Grundfähigkeits-, Krebs- oder Unfallversicherungen bieten keinen gleichwertigen Schutz vor dem Verlust der Arbeitskraft. „Diese Verträge leisten nur bei bestimmten Erkrankungen oder Unfallfolgen. Sie ersetzen keine BU oder EU, weil nicht der Verlust der Arbeitskraft abgesichert ist, sondern einzelne gesundheitliche Ereignisse“, sagt Boss.

Ob und zu welchen Konditionen ein Vertrag zustande kommt, entscheiden Versicherer immer individuell nach einer Risikoprüfung. „Abhängig von Gesundheitszustand, beruflicher Tätigkeit und weiteren Angaben - beispielsweise zu Risikosportarten - kann das von normaler Annahme bis hin zu Zuschlägen, Leistungsausschlüssen oder Ablehnung reichen“, sagt Boss. Falsche oder unvollständige Angaben im Antrag können später zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Die Annahmepolitik der einzelnen Versicherer unterscheidet sich teilweise deutlich. Eine professionelle und anbieterunabhängige Unterstützung ist daher genauso unverzichtbar wie der Versicherungsschutz selbst. Bestehen Vorerkrankungen, ist zudem eine anonymisierte Risikovoranfrage sinnvoll, die Verbraucher*innen nicht selbst durchführen können. „Welche Absicherung im Einzelfall bedarfsgerecht, sinnvoll und realistisch ist, lässt sich ohne fachliche Unterstützung kaum überblicken“, sagt Boss. „Entscheidend ist, wie Versicherer die individuellen Angaben bewerten.“

Wichtige Informationen, Tipps und Hinweise finden Verbraucher*innen im kostenlosen BdV-Infoblatt zur Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung.

BdV-Mitglieder erhalten zudem eine individuelle Marktauswertung und auf Wunsch Hinweise zu spezialisierten Vermittlern, die anbieterunabhängig beraten.


Über den BdV

Als waschechte NGO treten wir vom Bund der Versicherten e. V. seit unserer Gründung im Jahr 1982 für die Rechte der Versicherten ein. Mit rund 43.000 Mitgliedern bilden wir ein Gegengewicht zur Versicherungslobby und sind damit eine der wichtigsten Verbraucherschutzorganisationen Deutschlands.