21.04.2026

Gut abgesichert zum Eigenheim: Welche Versicherungen Bauherr*innen brauchen

Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) erklärt, worauf es beim Versicherungsschutz rund um den Hausbau ankommt

Hamburg – Der Bau eines Eigenheims ist für viele Menschen eines der größten Projekte ihres Lebens. Neben Planung, Finanzierung und Bauausführung sollten Bauherr*innen auch die passenden Versicherungen im Blick haben. Denn auf einer Baustelle lauern zahlreiche Risiken – von Unfällen bis hin zu erheblichen Sachschäden. „Eine der wichtigsten Absicherungen für den privaten Hausbau ist die Bauherrenhaftpflichtversicherung“, sagt BdV-Vorständin Bianca Boss. Sinnvoll können zudem eine Feuerrohbau- und eine Bauleistungsversicherung sein.

Beim Hausbau können sowohl Sach- als auch Personenschäden entstehen – etwa, wenn das Nachbargrundstück in Mitleidenschaft gezogen wird oder jemand durch herabfallende Bauteile verletzt wird. Für Risiken, die vom Bauvorhaben oder Grundstück ausgehen, ist die Bauherren-haftpflichtversicherung die zentrale Absicherung. Sie kommt für berechtigte Schadensersatzforderungen auf und schützt Bauherrinnen und Bauherren zugleich, indem sie unberechtigte Ansprüche abwehrt. „Sofern Bauvorhaben bereits über die Privathaftpflichtversicherung abgesichert sind, sollte unbedingt geprüft werden, ob die dort vereinbarte Versicherungssumme zur tatsächlichen Bausumme passt“, sagt Boss. Häufig gilt der Schutz in der Privathaftpflicht nur für kleinere Bauprojekte bis zu einer festgelegten Obergrenze. Liegt die tatsächliche Bausumme über der versicherten Grenze, entfällt der Schutz vollständig. In diesem Fall sollte die Deckung angepasst oder eine separate Bauherrenhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Ein Feuer auf der Baustelle kann einen Totalschaden verursachen. Daher sind Bauherrinnen und Bauherren gut beraten, bereits vor Baubeginn eine Feuer-Rohbauversicherung abzuschließen. „Diese Absicherung wird oft für einen bestimmten Zeitraum beitragsfrei angeboten, sofern die Wohngebäudeversicherung später beim gleichen Versicherer abgeschlossen wird“, sagt Boss. Ist das Gebäude bezugsfertig, muss das dem Versicherer gemeldet werden. Dann tritt die Wohngebäudeversicherung in Kraft.

Während der Bauphase sind zusätzliche Versicherungen sinnvoll, insbesondere zum Schutz vor Naturgefahren und unvorhergesehenen Schäden. Für fertige Gebäude wird dies meist über eine Elementarschadenversicherung im Rahmen der Wohngebäudeversicherung abgedeckt. In der Bauphase kommt eher eine Bauwesen- beziehungsweise Bauleistungsversicherung in Betracht, die zumindest bei Unwetterschäden leistet und zahlreiche Ausschlüsse hat. Ergänzend sollten Bauherrinnen und Bauherren klären, ob bereits Versicherungsschutz über Bauunternehmen besteht und ob eine Kostenbeteiligung sinnvoll ist. Für private Helferinnen und Helfer ist zudem die Anmeldung bei der Bau-Berufsgenossenschaft wichtig, da hier der gesetzliche Unfallversicherungsschutz greift. Ob zusätzlich eine Bauherren-Rechtsschutzversicherung sinnvoll ist, hängt stark vom Einzelfall ab, da sie teuer ist und viele Leistungsausschlüsse hat. Insgesamt gilt: Der konkrete Versicherungsbedarf sollte individuell geprüft und idealerweise fachlich beraten werden.

Alle wichtigen Informationen rund um die Absicherung von Bauvorhaben stehen im kostenlosen Infoblatt des BdV.

Seine Mitglieder unterstützt der BdV beim Ermitteln des individuellen Bedarfs und bei der Suche nach passenden Tarifen.


Über den BdV

Als waschechte NGO treten wir vom Bund der Versicherten e. V. seit unserer Gründung im Jahr 1982 für die Rechte der Versicherten ein. Mit rund 42.000 Mitgliedern bilden wir ein Gegengewicht zur Versicherungslobby und sind damit eine der wichtigsten Verbraucherschutzorganisationen Deutschlands.