14.3.2024

Wer den Schaden hat… so verhalten Sie sich im Schadenfall richtig

Oft überraschend und immer ärgerlich: Ihr Hab und Gut wurde beschädigt, gestohlen oder gar zerstört. Glücklicherweise haben Sie den passenden Versicherungsschutz und können zumindest auf finanziellen Ersatz hoffen. Hier erfahren Sie, wie Sie sich im Schadenfall richtig verhalten, damit der Versicherer leistet.


Wenn mit dem Schaden auch eine strafbare Handlung verbunden ist – Sie beispielsweise Opfer eines Einbruchs sind – informieren Sie sofort die Polizei.


 

  1. Verhindern Sie weitere Schäden

Wenn Sie feststellen, dass ein Schaden eingetreten ist oder droht, sind Sie verpflichtet, den Schaden möglichst abzuwenden beziehungsweise so gering wie möglich zu halten. Zerstört beispielsweise ein Sturm eine Fensterscheibe und es regnet rein, sollten Sie diese abdichten, um zu verhindern, dass weitere Gegenstände durch den Regen beschädigt werden. Sie müssen sich aber nicht selbst in Gefahr bringen, um Folgeschäden abzuwenden.

  1.      Informieren Sie den Versicherer

Informieren Sie unverzüglich den Versicherer über den Schaden. Dies sollte schriftlich erfolgen. Wir empfehlen Ihnen, zuerst direkt bei der zuständigen Schadenabteilung Ihres Versicherers anzurufen. Sie erhalten dann ein Schadenformular und Anweisungen, an die Sie sich unbedingt halten sollten. Notieren Sie sich die Schadennummer den Namen des/der Schadensachbearbeiter*in.

  1.      Verändern Sie nichts ohne Absprache

Das Schadenbild muss so lange unverändert bleiben, bis der Versicherer Ihnen erlaubt, es zu verändern. Denn er ist berechtigt, seine Leistungspflicht zu prüfen. Manchmal ist es nicht möglich, das Schadenbild unverändert zu lassen – weil beispielsweise Folgeschäden drohen. In einem solchen Fall dokumentieren Sie es mit Fotos und bewahren Sie die beschädigten Sachen auf. Wenn Sie den Schaden ohne Rücksprache mit Ihrem Versicherer beseitigen und ihm nur noch die Rechnung präsentieren, bleiben Sie im schlimmsten Fall auf den Kosten sitzen. Bei grob fahrlässiger Obliegenheitsverletzung ist er nämlich berechtigt, seine Leistung zu kürzen. Bei einer vorsätzlichen Verletzung der Obliegenheit muss er sogar gar nicht leisten.

  1.      Erteilen Sie alle erforderlichen Auskünfte

Sie sind verpflichtet, dem Versicherer jede Auskunft zu erteilen, die erforderlich ist, um dessen Leistungspflicht festzustellen. Er kann daher beispielsweise Belege oder Rechnungen der beschädigten, zerstörten oder gestohlenen Sachen von Ihnen anfordern. Bewahren Sie daher sämtliche Nachweise über wertvolle Gegenstände auf, aus denen der Besitz sowie der Wert der Sachen hervorgehen. Auch ein gesondertes Wertgutachten, Fotos oder Videos können nützlich sein. Wenn Sie solche Nachweise nicht haben, benennen Sie Zeug*innen, die bestätigen können, dass Sie den Gegenstand besessen haben.
 

Besonderheiten im Schadenfall in einzelnen Sparten:

Hausratversicherung: Informieren Sie bei Einbruch sofort die Polizei. Damit die Hausratversicherung leistet, muss die Polizei den Einbruch bestätigen. Lassen Sie sich von der zuständigen Polizeidienststelle die sogenannte „Tagebuchnummer“ geben. Der Versicherer benötigt sie für die Leistungsprüfung. Fertigen Sie von den gestohlenen Hausratgegenständen ein Verzeichnis an (Stehlgutliste) und geben es an Ihren Versicherer und der Polizei weiter. Melden Sie gestohlene Sparbücher, Giro-/Debit-Karten, Kreditkarten und SIM-Karten schnellstmöglich und lassen sie sperren.

Glasversicherung: Sie dürfen eine Notverglasung vornehmen lassen, wenn diese notwendig ist. Der endgültige Austausch des beschädigten Glases darf aber nur in Rücksprache mit dem Versicherer erfolgen.

BdV hilft!

Als Mitglied können Sie sich gut und fair über unsere Mitgliederverträge versichern. Das ist aber noch längst nicht alles: Wir ermitteln auf Wunsch Ihren Versicherungsbedarf und beraten Sie unabhängig. Wir prüfen Ihre bestehenden Verträge und empfehlen Ihnen bei Bedarf faire und günstige Anbieter.

Mehr zur BdV-Mitgliedschaft

Downloads zum Thema

1109_Schaden_Sach.pdf


Über mich

Ich bin Julia Alice Böhne und seit Februar 2018 als Pressereferentin beim Bund der Versicherten. Zuvor habe ich mehrere Jahre als Journalistin bei einem Fachmagazin für und über die Finanz- und Versicherungsbranche geschrieben. Der Aspekt des Verbraucherschutzes hat mich dabei besonders interessiert. Denn je mehr ich mich mit Versicherungen beschäftigt habe, desto deutlicher wurde, wie undurchsichtig die Branche und ihre Produkte für die meisten Menschen sind. Gleichzeitig empfinden viele das Thema als langweilig oder gar lästig, obwohl es teilweise um existenziellen Schutz geht. Ich möchte dazu beitragen, diese Intransparenz zu beseitigen und mehr Interesse an Versicherungsthemen zu erzeugen – unter anderem mit Beiträgen im BdV-Ratgeber.