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BdV | 12.04.2019

Versicherungskäse 2019 an die Prosperity - WohlstandsVorsorge

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Auf der 29. Wissenschaftstagung des Bund der Versicherten e. V. (BdV) am 12. April in Berlin wurde der Gewinner des „Versicherungskäse des Jahres“ gekürt.

Der diesjährige Preis geht an die „Prosperity - WohlstandsVorsorge“ – ein Produkt der Liechtenstein Life Assurance AG. Die fondsgebundene Rentenversicherung „WohlstandsVorsorge“, die per App von einem Insurtech vertrieben wird, ist eine fondsgebundene Rentenversicherung - Intransparenz, Datenstriptease und Kostenwirrwarr inklusive.

So ist ein Kritikpunkt die Intransparenz der frei zugänglichen Informationen auf der Prosperity-Website. Außer wohlklingenden und verlockenden Werbeaussagen sind dort keinerlei konkrete Produktinformationen zu finden. Verbraucher*innen, die mehr wissen wollen, müssen einen kompletten Datenstriptease hinlegen, allein um an vorvertragliche Informationen zu kommen. Darunter auch hochsensible Daten wie Steuer-ID und Ausweisnummer. „Das ist datenschutztechnisch eine Katastrophe“, so das Urteil der Jury.

Auch die Werbung auf der Prosperity Homepage, die WohlstandVorsorge sei „Altersvorsorge ohne Kostenwirrwar" stimmt, so die Jury, vorne und hinten nicht. Im Gegenteil! Die von Prosperity aufgestellte Behauptung, es gäbe keine verdeckten Kosten, ist irreführend. Denn anders als auf der Homepage vorgerechnet, fallen neben den Verwaltungskosten für die Police auch noch Versicherungskosten für den Todesfallschutz an. Hinzu kommen die fondsinternen Verwaltungskosten. Die sind auch nicht eingerechnet - und können durchaus happig sein. Anders als in der Werbung behauptet, können Kund*innen nicht jederzeit kostenlos aus dem Vertrag aussteigen. Auch der Todesfallschutz der Police wird nur nebulös dargestellt.

„Die Liste der Fallstricke und Stolperfallen in der Police ist lang“ – so das Fazit der Jury.

Nominiert waren neben der Prosperity – WohlstandsVorsorge auch die „Vorsorgekomponente V“ der Allianz Private Krankenversicherungs-AG und der „Wetter Bonus“ der Cardif Allgemeine Versicherung.

Die Jury besteht aus: Kerstin Becker-Eiselen (Verbraucherzentrale Hamburg), Edda Castelló (Juristin und Verbraucherschützerin), Lars Gatschke (Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.), Dr. Dirk Ulbricht (Direktor und Senior Researcher am Institut für Finanzdienstleistungen e.V. (iff)) und Barbara Sternberger-Frey (Redaktionsbüro Sternberger-Frey). Dr. Ulbricht rückte für Peter Schütt nach, der auf eigenen Wunsch aus der Jury ausgeschieden ist.

Wer bereits schon jetzt einen Kandidaten für 2020 vorschlagen möchte, kann dies unter versicherungskaese@bundderversicherten.de tun.

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