Das neue Klima – fairer und wirksamer Elementarschutz für alle?
36. Wissenschaftstagung des Bund der Versicherten e. V. (BdV) in Hamburg
Hamburg – Rund 70 Teilnehmer*innen aus Wissenschaft, Politik, Verbraucherschutz und Versicherungswirtschaft kamen am 14. und 15. April 2026 zur 36. Wissenschaftstagung des Bund der Versicherten e. V. (BdV) in Hamburg zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ein nachhaltiger und gerechter Schutz vor Elementarschäden in Deutschland ausgestaltet werden kann. „Unsere Tagung hat wichtige Impulse für die weitere Diskussion geliefert und gezeigt, wie komplex die Herausforderungen beim Elementarschutz sind“, sagt BdV-Vorstandssprecher Stephen Rehmke. „Besonders der intensive Austausch zwischen den unterschiedlichen Perspektiven war ein großer Gewinn und hat verdeutlicht, dass wir tragfähige und ausgewogene Lösungen brauchen.“
Durch den ersten Tag der Wissenschaftstagung führten die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats des BdV Prof. Dr. Karl Michael Ortmann, Dr. Peter Röthemeyer und Prof. Dr. Hartmut Walz. Nach der Begrüßung durch den BdV-Aufsichtsratsvorsitzenden Rüdiger Falken stellte Staatsrätin Dr. Stefanie Berg von der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in ihrer Keynote die Maßnahmen vor, mit denen die Hansestadt den Herausforderungen des Klimawandels begegnet. Danach standen sechs Vorträge auf der Agenda. Dr. Christian Otto vom Potsdam Institute for Climate Impact Research ging der Frage nach, wie sich Extremwetterereignisse durch den Klimawandel verändern und welche Folgen das für Gesellschaft und Wirtschaft hat. Prof. Dr. Michael Schüte von Helvetia Versicherungen warf in seiner anschließenden Präsentation einen aktuariellen Blick auf eine nachhaltige Versicherungslösung gegen Naturgefahren. Jürgen Meier, Vorstand der Ostdeutsche Kommunalversicherung a. G., stellte anschließend die Versicherungslösung des Kommunalversicherers zur Absicherung der Klimafolgen in Ostdeutschland vor und hinterfragte die Notwendigkeit einer Pflichtversicherung.
Weitere Vorträge behandelten Themen wie den Hochwasserschutz im Spannungsfeld von Anspruch und Wirklichkeit am Beispiel Sachsen-Anhalt (Sven Schulz, Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Sachsen-Anhalt) und die Elementarschadenabsicherung im Koalitionsvertrag (Lars Gatschke, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.). Im letzten Vortrag des Tages widmete sich Prof. Dr. Oliver Brand von der Universität Mannheim den rechtlichen Implikationen einer flächigen Elementarschadenabsicherung. Die Teilnehmer*innen nutzten die Fragerunden zwischen den Vorträgen und die Kaffeepausen für Austausch und rege Diskussionen, die auch auf der anschließenden Abendveranstaltung fortgesetzt wurden.
Den Auftakt des zweiten Tages bildete eine kompakte Zusammenfassung der bisherigen Veranstaltung durch den Wissenschaftlichen Beirat des BdV (Prof. Dr. Karl Michael Ortmann, Aktuar (DAV), FIA Dr. Peter Röthemeyer, Jurist, Mediator, Lehrbeauftragter, Prof. Dr. Hartmut Walz, Fachbuchautor und Finanzblogger). Im Anschluss standen drei Vorträge auf der Agenda: Anja Käfer-Rohrbach vom Gesamtverband der Versicherer (GDV), stellte das GDV-Modell zur Naturgefahrenabsicherung „Elementar Re“ vor. Prof. Dr. Hartmut Nickel-Waninger präsentierte die Ergebnisse der Studie zur Elementarschadenversicherung in Deutschland im Auftrag des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen und BdV-Vorstand Stephen Rehmke berichtete über den Stand der Debatte zum Elementarschutz aus Sicht der Versicherten.
Bei der abschließenden BdV-Gesprächsrunde „Unter der Lärche in Altona“, moderiert von Wirtschaftsjournalist Archibald Preuschat, saßen Anja Käfer-Rohrbach, Prof. Dr. Hartmut Nickel-Waninger und Stephen Rehmke auf dem Podium. Dr. Johannes Fechner, MdB (SPD) nahm via Liveschaltung aus Berlin an der Diskussion teil.