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Europa | 27.12.2023

Altersvorsorge im europaweiten Vergleich: „Annus horibilis" 2022 nur ein Ausrutscher?

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Für Kleinanleger*innen und Vorsorgesparer*innen in Europa sind die Zeiten seit 2022 wenig erfreulich. Das geht aus dem neuen Jahresbericht der europäischen Verbraucherschutzorganisation BETTER FINANCE hervor. Dieser berichtet über den Vergleich privater und betrieblicher Altersvorsorge hinsichtlich Rendite und Kosten - für die Europäische Union (EU) als Ganzes und für einzelne Mitgliedsstaaten (17 von 27). Die Daten für Deutschland hat Dr. Christian Gülich, EU Policy Officer beim Bund der Versicherten e. V. (BdV), analysiert. BETTER FINANCE ist die größte Dachorganisation von unabhängigen Verbraucherverbänden in den EU-Staaten, die auf Finanzdienstleistungen spezialisiert sind.

2022 wird als „schreckliches Jahr" in die Geschichte der langfristigen Altersvorsorge eingehen. Denn die kombinierten Effekte von schwankenden Aktienmärkten und ansteigender Inflation führten zu einem äußerst negativen Ergebnis für die Gesamtrendite. Für Deutschland ergibt sich laut Jahresbericht eine reale Negativrendite (nach Inflation) 2022 für alle Lebensversicherer von -7,58 Prozent. BETTER FINANCE hat eine eigene Methode zur Kalkulation von Kosten und Renditen vor und nach Steuern sowie Inflation entwickelt, die auf alle Länderanalysen gleichermaßen angewendet wurde. Für Deutschland war das Besondere, dass diese Methode ausschließlich auf die Lebensversicherer, nicht aber auf Pensionskassen und Pensionsfonds angewendet werden konnte. Als Grundlage dienten die von Versicherern und der Finanzaufsicht BaFin veröffentlichten Zahlen. Gülich erstellte dazu den Text und recherchierte die notwendigen statistischen Daten.

Basierend auf den Ergebnissen spricht BETTER FINANCE weitreichende Politik-Empfehlungen aus. Diese umfassen sowohl klassische Fragestellungen wie traditionelle versus nachhaltige Anlagestrategien, überhöhte Kosten und nicht ausreichend transparente Verbraucherinformationen als auch neuere Themen wie ermäßigte Steuern auf langfristige Kapitalanlagen, automatische Einbindung in der betrieblichen Altersvorsorge oder harmonisierte Berichtspflichten der Unternehmen.

Die nächste Aktualisierung dieses einzigartigen EU-weiten "Pension Report" soll bei der neuerlichen European Retirement Week in Brüssel im kommenden Herbst vorgestellt werden.

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