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BdV | 26.03.2021

31. BdV-Wissenschaftstagung digital unterwegs

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Zur 1. digitalen Wissenschaftstagung des Bund der Versicherten e. V. (BdV) konnte der Wissenschaftliche Beirat, Kornelia Hagen und Prof. Karl Michael Ortmann, rund 100 Teilnehmer*innen begrüßen. Das Thema „Voll ins Risiko? Auswirkungen von Corona auf den Risikobegriff der Versicherung“ rief renommierte Referent*innen auf das virtuelle Podium und führte zu spannenden Vorträgen und Diskussionen.

Nach der Begrüßung durch den wissenschaftlichen Beirat und der Eröffnung durch Edda Castelló, Aufsichtsratsvorsitzende des BdV, startete BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein mit einem Rückblick auf ein Jahr Corona aus Sicht der Versicherten.

Dr. Klaus Wiener, Volkswirt und Finanzmarktexperte, widmete sich in seinem Vortrag den „Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Geldpolitik, Finanzmärkte und regulatorische Anforderungen“. Es folgte ein Rundumschlag zu den wirtschaftlichen Folgen, der Antwort der Wirtschaftspolitik, der Entwicklung auf den Finanzmärkten und den regulatorischen Anforderungen. Sein Fazit unter anderem: Die Pandemie wird das langfristige Trendwachstum für geraume Zeit dämpfen, die Geldpolitik bleibt auf Jahre expansiv angelegt und das Zinsniveau bleibt extrem niedrig. Wichtig ist laut Wiener nach der Krise, dass der Finanzplatz Europa sicherer gemacht, aber auch gestärkt wird. Und die Finanzmärkte müssen den Neustart nach der Krise auch unterstützen können.

Professorin Dr. Petra Steinorth, Lehrstuhl für Risikomanagement und Versicherung der Universität Hamburg, erläuterte „Wie Krisen unsere Risikowahrnehmung und unser Risikoverhalten beeinflussen – und was wir daraus für die Corona-Pandemie lernen können“. Natürlich hat Corona weitreichende ökonomische Konsequenzen, aber nicht nur. Es hat sich das Risiko und die Wahrnehmung von Risiko verändert. Es gibt eine erhöhte Stressbelastung der Menschen durch Unsicherheiten und erhöhte psychologische Belastungen. Ihres Erachtens nach ist nach Abklingen der Krise zu erwarten, dass sich vieles auf Vorkrisenniveau wieder einpendelt, jedoch sind auch Langzeitveränderungen zu erwarten.

„Covid-19 als Herausforderung für Betriebsschließungs- und Veranstaltungsausfallversicherung“, so lautete der Vortrag von Professor Dr. Christian Armbrüster, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Privatversicherungsrecht und Internationales Privatrecht, FU Berlin. Dieses Thema fand in den letzten Wochen und Monaten großes Interesse in der medialen Öffentlichkeit und wurde auch hier in der Runde heiß diskutiert. Professor Armbrüster schloss seinen Vortrag mit einem Fazit und Folgerungen für die Gestaltung der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB): Aktuell gibt es eine unbefriedigende Situation für Versicherungsnehmer, Vermittler, aber auch Versicherer. Langjährige Streitigkeiten und kontroverse Gerichtsentscheidungen lassen Zweifel am Nutzwert von Versicherungsprodukten aufkommen, aber Versicherung kann nicht vor jeglichem Risiko schützen. Seine Lösung liegt in neuen Muster-AVB zur Betriebsschließungsversicherung, die die Transparenz hinsichtlich der Grenzen des Leistungsversprechens erhöhen.

Der Vortrag „Ein Jahr Covid-19: Erkenntnisse für das Risikomanagement“ von Dr. Zoran Nikolić, Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, bildete den Abschluss der Vortragsrunde. Er ging darin auf Unsicherheiten vor und nach der Pandemie ein und auf Schwierigkeiten des Risikomanagements in diesem Umfeld. Er schloss seinen Vortrag mit der Frage: Gibt es Lehren aus der Pandemie?

Nach dieser differenzierten Vortragsreihe folgte die Diskussionsrunde zum Thema „Versicherungswelt im Würgegriff von Corona - was ist zu erwarten?“ mit Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK), Axel Kleinlein, Vorstand (Sprecher), BdV, Dr. Peter Schwark, Stellv. Hauptgeschäftsführer, Kompetenzzentrum Altersvorsorge und Zukunftssicherung, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV. Moderiert wurde die streitbare Runde von Herbert Fromme, Süddeutsche Zeitung / Versicherungsmonitor.

Der Wissenschaftliche Beirat schloss eine erfolgreiche digitale Tagung – in der Hoffnung, dass die nächste doch wieder persönlich in Berlin stattfinden kann.

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