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Lebens- und Rentenversicherung | 12.05.2016

Senkung des Höchstrechnungszinses gefährdet Vorsorge

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Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) bekräftigt in seiner Stellungnahme gegenüber dem Bundesfinanzministerium seine ablehnende Haltung zur angekündigten Senkung des Höchstrechnungszinses für Lebensversicherungsverträge von1,25 Prozent auf 0,9 Prozent ab 2017. Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, stellt klar: „Eine weitere Senkung des Höchstrechnungszinses bedeutet für viele Neuverträge, dass die garantierte Leistung ohne Überschüsse zu einer Negativrendite führt.“ Dies betrifft neben privat besparten Lebens- und Rentenversicherungen auch staatlich geförderte Verträge zur Altersvorsorge. Auch die Absicherung existenzieller Risiken verteuert sich, etwa bei Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherungen.

Für Versicherungskunden können sich Altersvorsorgeverträge sogar zu einem Verlustgeschäft entwickeln. „In vielen Fällen würden zukünftig die garantierten Kapitalsummen geringer sein als das, was in den Vertrag eingezahlt wird“, warnt Versicherungsmathematiker Kleinlein. Die Senkung des Rechnungszinses wirkt sich dabei neben den klassischen Verträgen mit Garantiezins auch auf viele neuartige Tarife negativ aus. Zuweilen sind sogar Bestandsverträge betroffen, die nachträglich eine Schlechterstellung erfahren, etwa die Renten von Verträgen im Tarif „Perspektive“ der Allianz.

Als ein gravierender Effekt dieser Zinssenkung sind zudem sozialpolitische und gesamtgesellschaftliche Verwerfungen zu befürchten. „Sowohl die Bereitschaft als auch die Möglichkeiten für Eigenvorsorge werden durch die Zinssenkung deutlich geschwächt“, betont Kleinlein. Von der Senkung des Höchstrechnungszinses sollte das Bundesfinanzministerium daher absehen und über gebotene Alternativen nachdenken. „Das Kurieren an Einzelsymptomen würde nur die Versicherungskunden schlechterstellen, ohne die Versicherungsunternehmen nachhaltig zu entlasten", erklärt Kleinlein.

Die Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden.

 
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