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Lebens- und Rentenversicherung | 08.09.2015

Riester-Sparer sind bei Ergo zukünftig Kunden zweiter Klasse

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Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, bietet die Ergo-Lebensversicherung, ehemals Hamburg-Mannheimer, zukünftig nur noch reichen Kunden Verträge mit klassischen Garantien an. Kleinsparer und Kunden mit Riester-Verträgen müssen stattdessen mit riskanteren Angeboten Vorlieb nehmen. Hintergrund ist, dass die Ergo mit diesen Verträgen anscheinend keine Gewinne mehr erwirtschaften könne. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) übt hieran harsche Kritik. „Das betriebswirtschaftliche Unvermögen der Ergo ist nun der Vorwand für eine Diskriminierung der Bürger, die eine sichere Altersvorsorge am nötigsten haben“, erklärt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV. Zusätzlich empörend ist, dass Kunden mit hohen Einmalbeiträgen sogar noch von den Überschüssen profitieren, die von den älteren Kleinsparern und Riester-Kunden generiert wurden.

Nach dem klassischen System können Kunden mit einer hohen Einmalzahlung sofort an dem weiterhin vergleichsweise hohen Überschussniveau des gesamten Kollektivs teilhaben. Diese Überschussbeteiligung kann aber nur gewährt werden, weil die Erträge auf die Einzahlungen der Altkunden in der Vergangenheit nicht vollständig ausgeschüttet wurden. „Hier findet innerhalb des Versichertenkollektivs eine Umverteilung von den Kleinsparern zu den ohnehin reicheren Kunden mit hohen Einmalbeiträgen statt“, macht Versicherungsmathematiker Kleinlein deutlich.

Besonders perfide ist die Benachteiligung der Riester-Kunden, da hier zusätzlich auch Steuergelder fließen. Bislang bekannte sich die Versicherungsbranche dazu, bei Riester-Verträgen auf qualitativ hochwertige Garantien zu setzen. Mit diesem Grundsatz bricht nun die Ergo, wenn Riester-Kunden zukünftig nur noch mit riskanteren Tarifen sparen können sollen. „Ergo und einige andere Versicherer haben den Deal mit der Politik aufgekündigt. Sie haben keine Lust mehr auf Riester“, folgert Kleinlein. „Wir benötigen neue und tragfähige Lösungen zur Altersvorsorge, diesmal aber mit verlässlichen Partnern“.

Altersvorsorge geht jeden an. Das Thema Riester sorgt bei allen Parteien schon lange für Zündstoff und Auseinandersetzungen. Auf seiner diesjährigen Wissenschaftstagung am 24. und 25. September in Berlin werden sich daher hochkarätige Experten aus Politik und Versicherungswirtschaft sowie Wissenschaftler intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen.

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