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Krankenversicherung | 08.03.2016

Neverending Story – Beitragssteigerungen in der PKV

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Viele privat Krankenversicherte erhalten in diesen Tagen wieder einmal eine Hiobsbotschaft ihres Versicherers: Die Beiträge werden erhöht – und das um bis zu 30 Prozent. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) – Deutschlands größter Verbraucherschutzverein, wenn es um private Versicherungen geht – fordert von den privaten Krankenversicherungen, endlich das Problem bei den Hörnern zu packen: „Versicherte sind entsetzt, fragen sich, wie sie die Beiträge noch bezahlen sollen und fürchten um ihren Versicherungsschutz“, geht Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV mit der Versicherungswirtschaft ins Gericht. Der BdV sieht noch kein Ende der Beitragssteigerung und fordert daher ein Umdenken der Unternehmen in puncto Prämienberechnung. „Inflation und der medizinische Fortschritt müssen von vornherein in die Prämie einkalkuliert werden.“

Steigende Kosten im Gesundheitssystem sowie ein erhöhtes Schadenaufkommen im Bestand führen dazu, dass die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung stetig steigen. Erhöhungen zwischen 3 und 5 Prozent pro Jahr sind ganz normal. „Das Problem spitzt sich in den kommenden Jahren aber zu, weil die Versicherer dann noch zusätzlich mehr Geld fordern. Der Grund: Sie haben bisher mit zu hohen Zinsen kalkuliert“, erläutert Kleinlein.

Wehren können sich bereits privat Versicherte gegen solche Erhöhungen nicht. Sie sind den Unternehmensentscheidungen ausgeliefert. Ihnen bleibt dann nur der Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn Beitragsreduzierung durch Tarifwechsel bedeutet meist auch eine Kürzung der Leistung!

Um extreme Beitragssprünge zu vermeiden und damit auch die Bezahlbarkeit der Prämie im Alter zu garantieren, ist es nach Ansicht des BdV zwingend erforderlich, dass in die Prämie von vornherein die Inflation und der medizinische Fortschritt einkalkuliert wird. „Dies führt zwar zu höheren Einstiegsprämien, aber der Verbraucher muss dann nur mit moderat steigenden und kalkulierbaren Prämien rechnen“, erläutert Kleinlein, weist aber darauf hin, dass auch bei einer durchschnittlichen Steigerung von 3 Prozent ein 35-jähriger Mann mit derzeitigem PKV-Beitrag von 350 Euro im Monat mit 67 dann bei 900 Euro landet. „Ob das dann noch ein bezahlbarer Beitrag ist, ist sicherlich mehr als fraglich.“

Die Wissenschaftstagung des Bund der Versicherten e. V. am 20. und 21. April in Berlin greift auch die momentane Diskussion um die Beitragserhöhung in der Privaten Krankenversicherung auf. Das Thema der Veranstaltung lautet „Finanzierung und Dualität in der Krankenversicherung: für die Zukunft gerüstet?“. Melden Sie sich jetzt an.

 
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