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Lebens- und Rentenversicherung | 13.05.2015

Koalition bei Beschränkung der Abschlusskosten und Provisionen gescheitert

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Mit halbherzigen Maßnahmen versuchte die Regierungskoalition letztes Jahr die hohen Abschlusskosten und Provisionen bei Lebens- und Rentenversicherungen zu beschränken. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) kritisierte damals die ungenügenden Maßnahmen sehr deutlich. Aktuelle Studien bestätigen nun die Befürchtungen der Verbraucherschützer des BdV: Zwar sind die einkalkulierten Abschlusskosten gesunken, die Provisionen sind jedoch nicht niedriger geworden. BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein erklärt diesen scheinbaren Widerspruch: „Ein Teil der Abschlusskosten wird als laufende Kosten deklariert, so dass die tatsächliche Belastung für den Kunden nicht sinkt. Der Verbraucher kann sie nur schwerer erkennen.“ Gewinner der Reform sind damit diejenigen Vermittler, die sich in der Kundenempfehlung auch weiterhin hauptsächlich an hohen Provisionen und erst in zweiter Linie am Kundennutzen orientieren.

Die Internetplattform VersicherungsJournal in Zusammenarbeit dem Beratungsunternehmen Towers und Watson GmbH und den Professor Matthias Beenken und Michael Radtke (Fachhochschue Dortmund) sowie das Forschungsinstitut ITA im Auftrag des Deutschen Institut für Altersvorsorge haben dieser Tage die entsprechenden Studien vorgelegt. Auch eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Hamburg bestätigte das Ergebnis, wie Kerstin Becker-Eiselen auf einer Tagung des iff e.V. in Hamburg erklärte. Ziel war es die Auswirklungen des letztjährigen Lebensversicherungsreformgesetzes zu untersuchen. Die Studienergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die einkalkulierten, einmaligen Abschlusskosten sind gesunken, wie es nach einer Verordnungsänderung zu erwarten war. Trotzdem wurden die Verbraucher dadurch nicht finanziell entlastet, weil die meisten Versicherer diese Senkung einfach durch laufende Kosten ersetzt haben. Die Provisionshöhen sind damit im Branchenschnitt nicht gesunken. „Die Kosten sind meist noch undurchschaubarer geworden und nicht niedriger“, stellt Kleinlein fest.„Das Lebensversicherungsreformgesetz entpuppt sich als „Intransparenzförderungsgesetz“.

Das Hauptproblem bei hohen Provisionen liegt in einem Fehlanreiz, der den Vermittlern gegeben wird. Mit dem Blick auf den eigenen Geldbeutel werden sie verleitet, den Kunden die Produkte zu empfehlen, die hohe Provisionen versprechen. Die Beratung ist damit nicht mehr unabhängig und erst recht nicht ergebnisoffen. „Die hohen Provisionen bei Lebens-, Renten- und Riesterversicherungen verhindern oft eine bedarfsorientierte Beratung des Kunden“, so Kleinlein. Bereits im letzten Jahr regte die europäische Aufsichtsbehörde EIOPA eine intensive Diskussion über diesen Sachverhalt an, an dem sich auch der BdV beteiligte. „Wir hoffen, dass auf europäischer Ebene diese Versäumnisse der Bundesregierung beseitigt werden“, erklärt Kleinlein.

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