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Lebens- und Rentenversicherung | 05.12.2016

Bund der Versicherten weist Vorwurf des Rufmords von sich

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Aus dem Institut für Finanzwirtschaft der Hochschule Ludwigshafen kritisierte letzte Woche Professor Dr. Hermann Weinmann den Bund der Versicherten e. V. (BdV), die Aufsichtsbehörde Bafin und die Versicherungswirtschaft. Hintergrund ist die Behauptung des BdV, dass es sich bei Altersvorsorgeangeboten der Lebensversicherungswirtschaft um „legalen Betrug“ handeln würde. Ohne die fachliche Begründung für die Aussage zu diskutieren, beklagt Weinmann, dass mit dieser Aussage ein „wirtschaftlicher Rufmord“ erfolge, dem von staatlichen Stellen durch übermäßige Toleranz Vorschub geleistet würde.

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV hält entgegen: „Die Lebensversicherer haben sich den Vorwurf des legalen Betrugs selbst zuzuschreiben, da sie den Kunden erst eine faire Überschussbeteiligung versprechen, diese den Versicherten aber mit staatlicher Unterstützung vorenthalten.“ Zudem stellt Kleinlein gegen die Vermutungen Herrn Weinmanns klar: „Der Bund der Versicherten erhält keine staatlichen Gelder, ist vollkommen unabhängig und nur dem Verbraucherschutz verpflichtet“. Gegen Kleinlein persönlich hege Weinmann die Hoffnung auf einen „harten Weg“. Kleinlein lädt im Gegenzug den Professor zu einem sachlichen Diskurs ein und hofft, dass Weinmann zukünftig Toleranz als positiven Wert begreift.

Professor Dr. Hermann Weinmann feuert mit seiner Kritik den seit Jahrzehnten schwelenden Streit um den „legalen Betrug“ bei Lebensversicherungen wieder an. Kleinlein verteidigt: „In den Augen der Versicherten ist es Betrug, wenn erst vorgegaukelt wird, sie würden eine faire Überschussbeteiligung erhalten, um dann aber mit einer zusammengekürzten Überschussbeteiligung abgespeist zu werden“. Argumentative Unterstützung erhält Kleinlein ausgerechnet von Weinmann selbst, der schon 2011 in der FAZ beklagte, dass Versicherte gegenüber Aktionären einseitig belastet und nicht fair behandelt würden. „Fachlich kann Weinmann unsere Begründung des legalen Betrugs offensichtlich nachvollziehen“, fasst Kleinlein zusammen.

Weinmann, der an einer staatlichen Hochschule angestellt ist, befürchtet in seiner Pressemitteilung zudem, dass es „staatliche Unterstützer“ des BdV gäbe, die sich der „Beihilfe“ schuldig machen würden. Hierzu erklärt Kleinlein: „Über Wikipedia, dem Besuchen der Webpage des BdV oder einem Anruf beim BdV kann jeder leicht recherchieren, dass der BdV keinerlei staatliche Unterstützung erhält“.

Die Ausführungen Professor Dr. Weinmanns sind nach Ansicht Kleinleins mehr politischer und emotionaler als fachlicher Natur. Daher erklärt Kleinlein: „Ich lade Herrn Weinmann zu einem offenen und ehrlichen Fachdiskurs ein.“ Die Ausführungen Weinmanns richten sich jedoch auch persönlich gegen Kleinlein, der zur Vorsicht mahnt: „Ich sorge mich um unsere Diskussionskultur, wenn jemand Toleranz als Zeichen der Feigheit ansieht, Gutmütigkeit in die Nähe der Liederlichkeit rückt und bevorzugt mit Härte statt mit Liebenswürdigkeit einem Andersdenkenden begegnen will.“ Er zieht jedoch Hoffnung daraus, dass die Hochschule Ludwigshafen diese Positionen Weinmanns anscheinend nicht unterstützt. Nach Ansicht des Präsidenten der Hochschule, Prof Dr. Peter Mudra „sollte man jedem Menschen mit Offenheit, Toleranz und Respekt begegnen“.

Zur Pressemitteilung Herrn Weinmanns geht es hier.

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