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Krankenversicherung | 24.08.2017

Bund der Versicherten warnt vor oszillierenden Prämien in der privaten Krankenversicherung

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Auch 2017 erhöhten viele Private Krankenversicherer ihre Prämien deutlich. Wehren können sich privat Versicherte gegen solche Erhöhungen regelmäßig nicht. In seltenen Fällen erfolgt aber auch eine Prämiensenkung; jüngst bei der Debeka, die jedoch im Jahr zuvor die Prämien für viele Kunden erhöhte. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) kritisiert dies: „Es ist den Verbrauchern nicht vermittelbar, dass die Prämienhöhe einer so wichtigen Versicherung scheinbar willkürlich schwankt“, erklärt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV. Womöglich halten sich die Versicherer an Recht und Gesetz, diese Regelungen fördern jedoch derartige „oszillierende Prämien“ und sollten daher angepasst werden. „Eine Prämienänderung sollte nur dann erfolgen, wenn tatsächlich und nachhaltig die Kalkulation des Versicherers fehlgeschlagen ist“, so Kleinlein. Kurzfristige Änderungen sollten jedoch nicht, je nach Kassenlage, direkt auf die Versicherten umgewälzt werden können.

Versicherungsunternehmen müssen nach dem Aufsichtsgesetz Prämien grundsätzlich dann anpassen, wenn länger als „nur vorübergehend“ davon auszugehen ist, dass die tatsächlichen von den kalkulierten Versicherungsleistungen um mehr als 10 Prozent abweichen. Dabei berücksichtigen die Versicherer Änderungen auf Grund der Krankheitskosten und/oder der Sterblichkeit. Angesichts der schwankenden Prämien, wie etwa bei der Debeka, sieht der BdV den Korridor von 10 oder 5 Prozent aber als zu eng an. „Offensichtlich sind Schwankungen in dieser Größenordnung keine Ausnahme und sollten daher als vorübergehend angesehen werden“, erklärt Versicherungsmathematiker Kleinlein. „Wir plädieren für einen Korridor von 15 bis 20 Prozent“. So kann man vermeiden, dass innerhalb kurzer Zeit immer wieder neue Anpassungen erfolgen müssen.

Anstatt die Versicherten mit oszillierenden Prämien zu verunsichern, sollten die PKV-Unternehmen für eine stabile Prämie sorgen und bei der Tarifkalkulation von vornherein Faktoren wie Inflation, medizinischen Fortschritt und Änderungen der Lebenserwartung hinreichend einkalkulieren. „Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Gesundheitsvorsorge bestmöglich und stabil kalkuliert ist, ohne unnötig häufige Beitragsanpassungen hinnehmen zu müssen“, so Kleinlein.

Die neue Bundesregierung wird sich dieses Themas annehmen müssen, nachdem in der auslaufenden Legislatur die Privatversicherten und ihre Probleme gezielt von der Politik ausgegrenzt wurden. „Die noch regierende Große Koalition hatte sich vor vier Jahren darauf verständigt, in Sachen PKV untätig zu sein. Das hat sie auch eingehalten. Jetzt ist es endlich an der Zeit, die Privatversicherten als Verbraucher ernst zu nehmen und sich auch um deren Belange zu kümmern“, fordert Kleinlein. „Wir brauchen politische Entscheider, die die Versicherten vor oszillierenden Prämien schützen“.

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