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Lebens- und Rentenversicherung | 28.04.2015

Bund der Versicherten unterstützt Versicherungsmathematiker mit Kritik an Zinszusatzreserven

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Verbraucherschützer wie der Bund der Versicherten e. V. (BdV) und andere Experten haben kürzlich Kritik an Regeln für die Reservepufferbildung in der Lebensversicherung geäußert. Nun hat auch die Vereinigung der Versicherungsmathematiker, die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) ein Überdenken angeregt. Konkret geht es um die sogenannte Zinszusatzreserve, in der bereits über 20 Milliarden Euro an Überschüssen schlummern. „Durch die Zinszusatzreserve werden dem Überschusssystem Milliarden entzogen, den Verbrauchern vorenthalten und verhindern so eine rentable Altersvorsorge“, erklärt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV. Zwar fordern die derzeitigen niedrigen Zinsen verstärkten Sicherungsbedarf. BdV wie auch DAV sehen die deutschen Lebensversicherer jedoch kurz- und mittelfristig auch durch die neuen Aufsichtsregeln stabil. „Wir unterstützen den Ansatz der Aktuarvereinigung, die Reserveregeln auch im Sinne der Verbraucher zu überprüfen“, so Kleinlein.

So sollten die neuen Aufsichtsregeln nach Solvency II mit berücksichtigt werden, wenn ein passgenauer Reservebedarf für die Unternehmen festgelegt wird. „Die neuen Aufsichtsregeln mindern den Sicherheitsbedarf. Das muss sich auch in den Reservehöhen niederschlagen“, verdeutlicht Kleinlein. Er sieht die Gefahr, dass überzogene Reserveanforderungen zwar die Unternehmen sichern, die Verbraucher aber leer ausgehen lassen. „Keinem Verbraucher ist geholfen, wenn das Unternehmen besonders gut gesichert ist, der Lebensversicherungsvertrag sich aber nicht rentiert“, stellt Kleinlein fest. „Die Rentabilität der Altersvorsorge ist in Gefahr, wenn zu viele Gelder den Kunden vorenthalten werden, um die Versicherungsunternehmen zu sichern.“

Kleinlein wird auf der derzeit laufenden Jahrestagung der DAV die Diskussion mit den Aktuaren suchen. Er ist dort als Ehrengast geladen. „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Aktuarvereinigung mittlerweile auch branchenkritische Positionen einnimmt“, erklärt Kleinlein. In der Vergangenheit war die Nähe des DAV zu den Versicherungsunternehmen zuweilen deutlich zu spüren. „Es täte den Aktuaren aber gut, wenn sich der Berufsstand auch organisatorisch klarer von den Unternehmen abgrenzen würde, etwa durch eine Verkammerung“, fordert Kleinlein, selbst Versicherungsmathematiker, aber kein Mitglied der DAV.

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