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BdV | 20.04.2016

26. Wissenschaftstagung des BdV

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Heute eröffnete der Bund der Versicherten e. V. (BdV) seine 26. Wissenschaftstagung in Berlin. Mit über 90 Teilnehmern war die Veranstaltung „Finanzierung und Dualität in der Krankenversicherung: für die Zukunft gerüstet?“ gut besucht. Experten aus Hochschulen, Versicherungswirtschaft, Verbraucherschutz und Politik diskutierten den ganzen Tag zu diesem strittigen Thema. Vier renommierte Referenten, darunter Prof. Dr. Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) der Universität Bremen und Prof. Klaus Jacobs, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AO K (WIdO), stellten die verschiedenen Systeme aus unterschiedlichen Sichtweisen dar.

Prof. Klaus Jacobs eröffnete die Vortragsreihe mit seinem Beitrag „Systemwettbewerb zwischen GKV und PKV – Fiktion und Realität“. Er stellte unter anderem die provokante Frage, warum es im 21. Jahrhundert europaweit überhaupt noch allein in Deutschland einen gespaltenen Krankenversicherungsmarkt gibt, anstatt ein einheitliches System, das gleichzeitig solidarisch und wettbewerblich ausgestaltet ist und allen Versicherten und Patienten gleichermaßen nutzt. Er zumindest sehe aus ökonomischer Sicht keine überzeugende Begründung dafür und forderte daher zeitgemäße Wahl- und Wechseloptionen für alle Einwohner.

Dr. Frank Wild, Leiter des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP), widmete sich mit seinem Beitrag „Medizinische Innovationen und alternde Bevölkerung – Die Herausforderungen für das Gesundheitswesen und die Rolle der PKV“ einem entsprechend anderen Part. Er deutet die PKV als Korrektiv in der Versorgung und sprach sich überzeugt für das Kapitaldeckungsverfahren aus. Zudem riskierte er zum Systemvergleich noch einen Blick in andere Länder.

Prof. Dr. Heinz Rothgang  brachte mit seinem Beitrag „Solidarische Bürgerversicherung zur Beseitigung von Risikoselektion im dualen System von GKV und PKV“ die Bürgerversicherung ins Spiel. Er zeigte zuerst die Probleme des dualen Systems auf: Finanzierungsgerechtigkeit und Zugangsgerechtigkeit. Hier herrsche dringender Handlungsbedarf, so sein Fazit. Eine solidarische Bürgerversicherung, in die die gesamte Wohnbevölkerung in ein Versicherungssystem oder Ausgleichssystem integriert wird, wäre eine Lösung.

Prof. Dr. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizinmanagement, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, rundete mit seinem Beitrag zum Thema „Die Finanzierung von Innovationen im Gesundheitswesen vor dem Hintergrund des dualen Krankenversicherungssystems“ die Vortragsrunde ab. Er erläuterte dies anhand von sechs Thesen, die sich unter anderem auf die ambulante ärztliche Versorgung, die Arzneimittelversorgung und die Krankenhausversorgung bezogen. Danach erfolgte eine spannende Diskussion mit allen beteiligten Referenten.

BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein zieht ein positives Resümee des Veranstaltungstages: „Der erste Tag war ein voller Erfolg. Es ist uns gelungen, dem Schweigen und Verharren der Bundesregierung eine lebendige Debatte entgegenzusetzen.“ Am Donnerstag wird die Tagung mit dem verbraucherpolitischen Frühschoppen, einer hochrangigen Podiumsdiskussion, fortgesetzt.

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