25.11.2025

Black Friday: Gesunde Skepsis lohnt sich – auch bei Geräteschutzversicherungen

Bund der Versicherten e. V. (BdV) warnt vor teuren Zusatzpolicen beim Elektronikkauf

Hamburg – Das Misstrauen gegenüber dem Shopping-Event des Jahres wächst: Laut einer aktuellen Online-Umfrage des Preisvergleichsportals idealo unter rund 2.000 Personen zwischen 18 und 64 Jahren stehen viele Verbraucher*innen den Black-Friday-Rabatten zunehmend kritisch gegenüber. 47 Prozent der Befragten halten viele Angebote für Ladenhüter. 69 Prozent vermuten, dass Händler die Preise vorab erhöhen, um scheinbare Schnäppchen zu erzeugen. „Diese gesunde Skepsis sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auch bei Geräteschutzversicherungen an den Tag legen“, sagt BdV-Vorständin Bianca Boss. „Was auf den ersten Blick nach Sicherheit klingt, entpuppt sich oft als überflüssige und teure Zusatzleistung.“

Elektronikartikel werden besonders häufig zusammen mit Versicherungen angeboten. Dieses Konzept wird Embedded Insurance genannt. Oft ist die Prämie bereits im Gesamtpreis des Produkts enthalten. „Das führt dazu, dass Kundinnen und Kunden teilweise gar nicht bemerken, dass sie gerade einen Versicherungsvertrag abgeschlossen haben“, sagt Boss. Die Zeit, um Konditionen und Leistungsausschlüsse zu prüfen, fehlt meist völlig – und es gibt zahlreiche davon. Doch selbst wenn man sich die Zeit nimmt, die Bedingungen zu prüfen, bieten die zahlreichen Ausschlüsse sowie die unverhältnismäßig hohe Versicherungsprämie gerade bei Elektrokleingeräten in der Regel keinen bedarfsgerechten Versicherungsschutz. Meist wird nämlich nur der Zeitwert des Geräts entschädigt. Das bedeutet, dass die Versicherung nicht den Kaufpreis, sondern nur den aktuellen Wert des betroffenen Geräts erstattet. Besonders bei Elektronikartikeln, die rasch an Wert verlieren, lohnt sich der Versicherungsschutz somit kaum. Zusätzlich wird im Schadenfall meist eine Selbstbeteiligung fällig, die sich an der Höhe des Kaufpreises orientiert. „Wer sich auf diese Policen verlässt, zahlt am Ende oft doppelt: Einmal für die Versicherung und dann für die Reparatur“, sagt Boss.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Verbraucher*innen trotz allem zugreifen, was auch am geschickten Marketing liegt. Namen wie „PlusSchutz” lassen nicht erkennen, dass es sich um Versicherungen handelt, und suggerieren zugleich einen Schutz, der in der Praxis oft ausbleibt.

Eingeschränkte Vergleichsoptionen und schwierige Kündigung

Zwei weitere Nachteile von Embedded Insurance sind die eingeschränkte Auswahl sowie die erschwerten Kündigungsbedingungen. Kauft man ein Gerät bei einem speziellen Händler, wird dieser in der Regel nur die Versicherung eines bestimmten Kooperationspartners anbieten. Verbraucher*innen sind somit von vornherein an diesen Versicherungsanbieter gebunden und haben keine Vergleichsoption. Auch die Kündigung gestaltet sich häufig kompliziert. Da Embedded Insurance als Zusatzleistung im Paket verkauft wird, ist oft unklar, wie und wann der Versicherungsvertrag gekündigt werden kann.

Der Rat des BdV: Das Geld lieber sparen und im Schadenfall selbst entscheiden, ob sich eine Reparatur lohnt. „Wer dennoch Versicherungsschutz für teure Anschaffungen wünscht, sollte sich unabhängig beraten lassen, verschiedene Angebote vergleichen und sich im Kaufprozess nicht zu einem Abschluss drängen lassen“, sagt Boss.


Über den BdV

Als waschechte NGO treten wir vom Bund der Versicherten e. V. seit unserer Gründung im Jahr 1982 für die Rechte der Versicherten ein. Mit rund 43.000 Mitgliedern bilden wir ein Gegengewicht zur Versicherungslobby und sind damit eine der wichtigsten Verbraucherschutzorganisationen Deutschlands.