BdV Wissenschaftstagung 2010
Der Verbraucherschutz spielt auch in der Altersvorsorge eine immer größere Rolle. Denn der Beratungsbedarf steigt, weil immer mehr privat vorsorgen müssen. Darauf hat Adrian Ottnad von Ottnad Consult in St. Augustin in seinem Vortrag auf der 20. Wissenschaftstagung des Bundes der Versicherten hingewiesen. Die Veranstaltung fand Mitte April im Ostseebad Timmendorfer Strand statt. Die Bedeutung der traditionsreichen Tagung stand im Mittelpunkt der Ausführungen des BdV-Aufsichtsratsvorsitzenden Senator a. D. Horst Gobrecht, der sie als ein solides „Fundament des Wissens“ lobte.
Private Altersvorsorge ist nach Einschätzung von Ottnad ein Muss. Manche werden die Versorgungslücke nicht einmal restlos schließen können. Die Einschränkung des bisherigen Lebensstandards wird für sie im Alter unvermeidlich sein. Erschwerend hinzu kommt ein ab dem 75. Lebensjahr steil ansteigendes Pflegerisiko.
Ottnad sieht drei Handlungsfelder: Erstens müssen sich Verbraucher rechtzeitig mit dem Alter beschäftigen. Zweitens muss die Politik verlässliche Rahmenbedingungen sowohl für die private als auch für gesetzliche Altersvorsorge schaffen. Drittens sind Finanzdienstleister aufgerufen, bedarfsgerechte und transparente Produkte anzubieten.
Die Rednerliste der Wissenschaftstagung war wieder prominent besetzt: Zum Thema private Altersvorsorge referierte außer Ottnad noch Prof. Dr. Tristan Nguyen. Zur Berufsunfähigkeitsversicherung sprachen Dr. Johannes Lörper sowie Prof. Wolfgang Römer. Berichte aus der Praxis trugen Dr. Thilo Weichert sowie die Ombudsleute Prof. Dr. Günter Hirsch und Dr. Helmut Müller. Mit dem Quotensystem beschäftigten sich Prof. Dr. Stephan Fuhrer und Prof. Dr. Helmut Heiss. Zum Aufsichtssystem sprang Dr. Burkhard Lehmann für Dr. Thomas Steffen ein. Am Vorabend der zweitägigen Veranstaltung fand zudem ein Workshop für junge Versicherungswissenschaftler statt.
