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BdV Wissenschaftstagung 2009

Über die Auswirkungen von IFRS auf die Versicherten sprach Professor Dr. Jochen Zimmermann. Foto: Dreyling


19. Wissenschaftstagung ganz im Zeichen der Altersvorsorge
Kostentransparenz herstellen

Die 19. Wissenschaftstagung des Bundes der Versicherten am 23. und 24. April 2009 in Timmendorfer Strand hat sich vornehmlich mit dem Thema Altersvorsorge befasst. Dabei spielte erstmals die Kostentransparenz im Sinne einer generellen Vergleichbarkeit aller Produkte eine herausragende Rolle. Im Mittelpunkt standen zudem die Gesundheitspolitik sowie die internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Tagungsteilnehmer waren knapp 120 Vertreter aus Wissenschaft, Bundesministerien, Verbraucherschutz, Versicherungswirtschaft und Medien.

Dr. Mark Ortmann, Geschäftsführer des in Berlin ansässigen Instituts für Transparenz in der Altersvorsorge, stellte die Vielzahl der Kostenpunkte vor, die als Grundlage in eine Vergleichsrechnung eingehen könnten. Damit wäre eine Vergleichbarkeit über fast alle Angebotsformen möglich. Ortmann hat sich im Auftrag des BdV mit dieser Thematik beschäftigt und ein Gutachten dazu vorgelegt. Der BdV wird diese Arbeit zur Grundlage weiterer Aktivitäten machen.

Im Anschluss betrachtete Christoph Bonin von Deloitte & Touche die europäische Perspektive der Kostentransparenz von Altersvorsorgeprodukten. Hans-Hermann Lüschen von der Versicherungsberatergesellschaft thematisierte die Bedeutung des Provisionssystems auf die Altersvorsorgeentscheidung. Den Einfluss der Besteuerung auf die Altersvorsorgeentscheidung im Focus hatte Professor Dr. Dirk Kiesewetter von der Universität Würzburg.

Welche weiteren Faktoren bei der Wahl der Altersvorsorge eine Rolle spielen diskutierten Dr. Peter Schwark vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Marcus Mecklenburg vom Bundesverband Investment und Asset Management sowie Hermann-Josef Tenhagen von der Stiftung Warentest.

Am Freitag startete die Tagung mit einem Beitrag von Professor Dr. Jochen Zimmermann von der Universität Bremen über die Auswirkungen von IFRS auf die Versicherten. Der weitere Vormittag stand im Zeichen der Gesundheitspolitik. Professor Dr. Christoph Brömmelmeyer von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen referierte zum Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung.

Einen Wandel auf dem Markt der privaten wie gesetzlichen Krankenversicherungen erwartet der renommierte Gesundheitsökonom Professor Dr. Eberhard Wille von der Universität Mannheim. Wille sprach über die Wachstumsschwäche der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und beschrieb die unterschiedlichen Varianten der Beitragsausfälle. Unter anderem machte er veränderte Arbeitsverhältnisse und Berufskarrieren sowie unstete Beschäftigungssituationen dafür verantwortlich. Eine immer älter werdende Gesellschaft wirke sich zudem negativ auf das Finanzsystem der GKV aus.

Wille beschrieb sodann Wirkungen und Chancen des Gesundheitsfonds. Im Anschluss skizzierte er Optionen für Krankenkassen bei drohenden Defiziten oder andererseits solche bei Überschüssen im Zusammenhang mit der Einführung des Gesundheitsfonds. Der Referent sprach sich für einen funktionsfähigen Wettbewerb aus.

Auch der Workshop junger Wissenschaftler am Vorabend der Tagung beschäftigte sich mit den Themenblöcken Altersvorsorge und Gesundheitspolitik sowie mit internationalen Rechungslegungsvorschriften.

Der BdV wird die Themen der diesjährigen Wissenschaftstagung schwerpunktmäßig in seine praktische Arbeit einbeziehen. Derzeit entwickelt der BdV-Vorstand einen umfassenden Forderungskatalog, den er im Herbst der neuen Bundesregierung gleich nach deren Amtsantritt präsentieren wird.

 

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