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Versicherungsangebot für Senioren in Deutschland unzureichend

„Den Alten wird das Geld aus der Tasche gezogen“

Krankheiten, Einsamkeit und Einkommenseinbußen – Begriffe, die den Menschen begleiten, sobald er die „Altersgrenze“ erreicht. Nur wenige bleiben im Alter gesund. Statistisch sind ab dem 55. Lebensjahr nur noch 14 Prozent beschwerdefrei, ab 70 sinkt dieser Anteil auf sieben Prozent. Darauf hat Professor Dr. Laszlo Vaskovics von der Universität Bamberg auf der Wissenschaftstagung des BdV hingewiesen. Er hat die veränderte Lebenslage alter Menschen und deren Versicherungsbedarf aus wissenschaftlicher Sicht referiert. Wie die bundesdeutsche Praxis aussieht, das hat BdV-Geschäftsführerin Lilo Blunck auf den Punkt gebracht: „Offenbar soll den Alten häufig nur das Geld aus der Tasche gezogen werden.“

Das „Leben“ ist kurz, auch wenn es für uns immer länger wird: Bis zum 30. Lebensjahr orientieren wir uns in Schule und Beruf. Daran schließt sich, wie Professor Vaskovics fortführte, schon die Familiephase an, die mit 55 aber bald wieder zu Ende ist. Mit 65, demnächst 67 beginnt dann der für viele 20 Jahre währende Ruhestand. Vermutlich die meisten werden ihn allein verbringen müssen.

„Bereits 2003 waren von 100 Privathaushalten 32 Einzelpersonenhaushalte“, betonte Lilo Blunck. Wie Professor Vaskovics geht auch sie davon aus, dass immer mehr Alte allein leben und auf Hilfe angewiesen sein werden. Die Versicherungen wittern mittlerweile Morgenluft. „Oft haben sie sogar die richtigen Ideen“, attestiert die BdV-Geschäftsführerin, „aber offenkundig verleitet das Provisionssystem die Vermittler dazu, Älteren überflüssige Versicherungen aufzudrängen.“

Vorrangig seien das Sterbegeldversicherung, Senioren-Unfallversicherung, Senioren-Privathaftpflichtversicherung, Pflegerente, Sofortrente, Vorsorge für Kinder, Enkel und Bestattungsvorsorge. Sehr häufig halten die Angebote mit den wohlklingenden Namen nicht, was sie verheißen. Lilo Blunck: „Da werden Betreuungsangebote beschrieben, für die aber lediglich die Organisation übernommen wird, auf den Kosten für die Durchführung bleiben die Versicherten sitzen.“ Auch wenn Versicherungen mit namhaften Wohlfahrtsverbänden zusammenarbeiten, sage das nichts über die Qualität des Versicherungsangebots aus.

In der im Anschluss an die Vorträge von Professor Dr. Laszlo Vaskovics und Lilo Blunck von Professor Dr. Ulrich Meyer geleiteten Diskussion wurde wiederholt die Frage aufgeworfen, ob die Versorgung und Vorsorge für Senioren grundsätzlich überhaupt bei Versicherungen richtig angesiedelt ist.

BdV-Geschäftsführerin Blunck zog ihr Fazit mit diesen Worten: „Wenn Versicherungsgesellschaften am ‚Zukunftsmarkt Senioren‘ dauerhaft und erfolgreich teilhaben wollen, sollten sie ihre Strategie überdenken. Alte Menschen sind zwar gelegentlich hilfebedürftig, aber sie lassen sich auf Dauer nicht mit fragwürdigen Angeboten für dumm verkaufen.“

 

 

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