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Tarifwechsel gegen Beitragserhöhung

Private Krankenversicherer wollen mehr Geld

Wenig erfreuliche Post bekommen in diesen Wochen privat Krankenversicherte. Ihnen stehen demnächst Beitragserhöhungen ins Haus. In der Versicherungsbranche ist von durchschnittlich sieben Prozent die Rede. Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV): „Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren. Denn möglicherweise lässt sich die Erhöhung durch einen Tarifwechsel umgehen.“

Die Erhöhungen können sich von Vertrag zu Vertrag anders darstellen: Manche Versicherer kommen ohne sie aus, andere schlagen vielleicht sogar zweistellig auf. Lilo Blunck: „Besonders teuer dürfte es für jene werden, die sich in einem geschlossenen Tarif befinden. Ob Sie einem solchen zugeordnet sind, erfahren Sie bei Ihrem Versicherer.“

Die Erhöhung vermeiden können Krankenversicherte, indem sie von ihrem Versicherer den Wechsel in einen verkaufsoffenen Tarif verlangen. Zwar sträuben sich die Gesellschaften häufig dagegen, trotzdem sollten Versicherungsnehmer hartnäckig bleiben und auf den Wechsel bestehen. Denn darauf haben die Kunden Anspruch. Schlimmstenfalls können sie sich an den Ombudsmann für private Kranken- und Pflegeversicherungen wenden (www.pkv-ombudsmann.de).

Häufig schlagen die Versicherungen eine Erhöhung der Selbstbeteiligung vor. Lilo Blunck: „Vorsicht! Soll der Selbstbehalt später wieder reduziert werden, wäre das mit einer erneuten Gesundheitsprüfung verbunden. Die könnte erhebliche Nachteile wie Leistungsausschlüsse oder Beitragszuschläge mit sich bringen.“

Betroffene sollten darauf achten, dass mit dem Tarifwechsel Leistungsverbesserungen verbunden sein können. In diesem Fall wird eine Gesundheitsprüfung fällig. Die Folgen daraus können Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge und Wartezeiten sein. Das kann der Versicherungsnehmer verhindern, indem er in dem angestrebten Tarif auf die Leistungsverbesserungen verzichtet.

Wer Mitglied im BdV ist, kann sich individuell beraten und die verkaufsoffenen Tarife seiner Gesellschaft nennen lassen.


 

v.i.S.d.P. Lilo Blunck, Henstedt-Ulzburg, 23.11.2010

 

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