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Flop: Renten im Karton

Private Altersvorsorge dient der eigenen Daseinsfürsorge im Alter. Es ist prinzipiell gut, möglichst früh etwas dafür zu tun. Aber bitte: nicht um jeden Preis! Manche Angebote sind nicht nur fragwürdig. Sie dienen eindeutig nur den Anbietern und deren Partnern als lukrative Einnahmequelle. Das gilt für die „Rabattmarken-Rente“, die das Konsortium Arag, RheinLand und Ontos jüngst mit heftigem Getöse auf den Markt geschleudert hat. Was dahinter steckt? Eine fondsgebundene Rentenversicherung, in die monatlich mindestens 19,90 Euro investiert werden muss. Am Ende lohnt sie sich kaum. Es gibt reihenweise bessere Anlagen.

Zusätzlich zum Beitrag soll mit Online-Einkäufen bei Shopping-Partnern und durch Umsätze mit einer speziellen Kreditkarte „gepunktet“ werden. Dafür sollen weitere Euro in die „Rente“ fließen. Garantiert werden diese Bonus-Summen allerdings nicht. Damit wird die Konsumbereitschaft ausgerechnet jener angekurbelt, die sich das eigentlich nicht leisten sollten. Am Ende lauert schlimmstenfalls die Schuldenfalle.

Feilgeboten wird die Shopping-Rente seit März im Internet. Direkt zu bekommen war das knallrote Starterpaket deutschlandweit in einer Supermarktkette. Da kostete es obendrein eine „Schutzgebühr“ von 9,99 Euro – für einen schmalen Karton ganz schön viel Geld. Doch nach genau zehn Verkaufstagen war der Spuk auch schon wieder vorbei. Der feuerrote Rentenkarton verschwand sang- und klanglos aus den Regalen. Der BdV hat vermutlich rechtzeitig gewarnt.

Die für Produkte dieser Art eigentlich obligatorische Beratung gab es weder beim Discounter noch im Internet. Besonders verwerflich: Titel und Aufmachung der „DeutschlandRente“ suggerieren eine ganz und gar nicht vorhandene Nähe zur „Deutschen Rentenversicherung“. Das grenzt bereits an Etikettenschwindel.

Gewinner sind am Ende nicht die Verbraucher. Denn nur die Mitglieder des Konsortiums und deren Shopping-Partner und Kreditkartenherausgeber streichen satte Profite ein. Der mit Werbesprüchen zum Einkauf verleitete Kunde schaut in die Röhre und muss sich mit „Brosamen“ zufriedengeben. Denn bei diesem Angebot rappelt es für ihn ganz und gar nicht im Karton.

Stellen Sie sich das bloß mal vor: Um einen allenfalls mageren Bonus von läppischen zehn Euro auf die Haben-Seite zu holen, müssen Sie zuerst satte 2.000 Euro per Kreditkarte ausgeben. Muss da noch jemand Mathematiker sein, um festzustellen, dass es bessere Geldanlage gibt? Da gibt es nur ein Fazit: Finger weg!

Jennefer Fricke


 

v.i.S.d.P. Lilo Blunck, Henstedt-Ulzburg, 27.05.2008

 

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