Bund der Versicherten richtet „Offenen Brief“ an die Bundesjustizministerin:
„Sie haben versprochen ...“
"Die Menschen brauchen ein verbrauchergerechtes Versicherungsrecht!" - Mit Nachdruck hat die Geschäftsführerin des Bundes der Versicherten (BdV), Lilo Blunck, Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in einem offenen Brief zum verbraucherfreundlichen Handeln bei der Reform des Versicherungsrechts aufgefordert.
"Sie haben den Menschen versprochen", schreibt Lilo Blunck, "das Gesetzgebungsverfahren 2005 durchzuführen, damit das Gesetz spätestens am 1. Januar 2008 in Kraft treten kann. Die Deutschen geben pro Haushalt und Jahr rund 2.800 Euro für Versicherungen aus. Für die BdV-Geschäftsführerin ist das Grund genug, der Ministerin zuzurufen: "Verwirklichen Sie eine Reform, die den Namen wirklich verdient."
In der Alters- und der Krankenvorsorge sei es zu einem Paradigmenwechsel gekommen: Der Lebensabend werde nicht mehr ausreichend durch den Generationenvertrag oder im Falle der Beamten durch den Staat gesichert. Eigenvorsorge sei von richtungsweisender Bedeutung.
Doch mit geschickter Werbung gaukelten die Versicherungsunternehmen den Menschen vor, kapitalbildende Lebensversicherungen seien die dritte Säule der Alterssicherung. Lilo Blunck: "Tatsächlich ist Altersvorsorge ist kein Versicherungs- sondern ein Anlageproblem". Derzeit hinterlasse das Gerangel der Gesellschaften um Überschüsse und Rückkaufswerte sowie beliebig veränderbare Bedingungen Unbehagen.
Das in Deutschland marktbeherrschende Policenmodell müsse verschwinden: Der Verbraucher erhalte alle für die Entscheidung notwendigen Informationen erst im Nachhinein mit der Police. Und dann blieben ihm nur 14 Tage Zeit, bei Lebensversicherungen 30 Tage, um sich im Zweifel vom Vertrag wieder zu lösen. In dieser Zeit müsse der Verbraucher einen Wust an Informationen aufnehmen, verarbeiten und einordnen und sich eventuell auch noch neue Angebote einholen. Dabei hätten selbst Fachleute Probleme. Abhilfe könne in diesem und in vielen anderen Fällen nur ein neues, verbraucherorientiertes Versicherungsrecht schaffen.
BdV-Geschäftsführerin Blunck appellierte in ihrem offenen Brief an die Bundesministerin, stärker als bisher den Verbraucherrechten Geltung zu verschaffen und deutsches mit EU-Recht zu Gunsten der Versicherungsnehmer in Einklang zu bringen.
Der komplette Wortlaut ist in der aktuellen Mitgliederzeitung "BdV-INFO" der gemeinnützigen Verbraucherschutzorganisation veröffentlicht worden - abrufbar für jedermann als PDF-Datei unter www.bundderversicherten.de ("Publikationen" ansteuern und "BdV-INFO" anklicken und dort einfach die jüngste Ausgabe anklicken).
v.i.S.d.P. Lilo Blunck, Henstedt-Ulzburg, 20.05.2005


